Synästhesie: ein buntes Alphabet!

Für manche Menschen ist der Name des besten Freundes hellgrün. Für andere hat die eigene Telefonnummer die Farben des Regenbogens. Das mag für die meisten von Euch seltsam klingen, aber für vier Prozent der Menschen auf der ganzen Welt ist dies eine tägliche Erfahrung, die man als Synästhesie bezeichnet. Menschen mit Synästhesie werden auch als Synästhetiker bezeichnet. Bei ihnen können bestimmte Reize aus dem alltäglichen Leben mehrere Empfindungen auslösen. So kann zum Beispiel das Hören eines bestimmten Musiktons die Wahrnehmung einer bestimmten Farbe auslösen oder das Berühren eines Gegenstands die Empfindung eines Geschmacks bewirken.


Konversation ist nicht wie ein Ping-Pong-Spiel

Vielleicht haben Sie schon einmal bemerkt, dass Sie sich in einem Gespräch mit einer anderen Person abwechselnd mit ihr unterhalten, d. h. Sie wechseln zwischen der Produktion Ihres eigenen Satzes und dem Zuhören, wenn Ihr Gesprächspartner seinen Satz produziert. Dieser Vorgang scheint ziemlich mühelos zu sein. Tatsächlich wechseln wir uns oft mit unserem Gesprächspartner ab, ohne große Lücken zwischen dem Ende seines Satzes und dem Beginn unseres eigenen Satzes zu lassen. Forschungen haben ergeben, dass das Abwechseln in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich gewahrt wird. Im Japanischen beträgt der durchschnittliche Abstand zwischen den Wortwechseln etwa 7 Millisekunden, während er im Dänischen etwa 470 Millisekunden beträgt. In den meisten Fällen liegt dieser Abstand jedoch bei etwa 200 Millisekunden, unabhängig von der Sprache, die wir sprechen.


Haben abstrakte Konzepte abstrakte Bedeutungen?

In den Sprachwissenschaften werden Wörter wie „Freiheit“, „Gerechtigkeit” und „Frieden”, als abstrakte Konzepte klassifiziert, weil sie – anders als Worte wie „Auto” und „Elefant” – nicht auf Objekte in der physischen Welt verweisen. Kürzlich veröffentlichte Studien zeigen allerdings, dass abstrakte Konzepte auf unseren Erfahrungen mit Emotionen und sozialer Interaktion beruhen, und vielleicht weniger abstrakt sind, als wir vielleicht denken!


Zwei Gedanken im Kopf: Wie sich die Sprachen von zweisprachigen Kindern gegenseitig beeinflussen

Freya ist ein sechsjähriges Mädchen und lebt in London. Dort wurde sie geboren genau wie ihr Vater, ein gebürtiger Londoner. Freyas Mutter hingegen ist in den Niederlanden, genauer gesagt in Nijmegen geboren und aufgewachsen. Freya spricht sowohl sehr gut Englisch als auch Niederländisch. Wenn ihr Vater sie nach der Schule abholt erzählt sie ihm auf Englisch, was sie an diesem Tag alles gelernt hat, wenn sie von der Mutter abgeholt wird, kann sie das Gleiche genauso gut auf Niederländisch wiedergeben. Jede Woche telefoniert Freya mit ihrer niederländischen Oma um ihr alles über ihre neuen Lieblingstiere zu erzählen, und mit ihren Freunden diskutiert sie fließend die neueste PAW Patrol Folge auf Englisch. Manchmal benutzt Freya jedoch ein paar niederländische Wörter wenn sie Englisch spricht oder umgekehrt. So fragt sie zum Beispiel beim Frühstück ihren Vater: Can I have more kaas?” (Kann ich mehr Käse haben?) Selbst wenn sie meist nur eine Sprache spricht , können solch kleine Hinweise manchmal zeigen, dass Freya zweisprachig ist.